• Kerstin Obermoser

Bärlauch, heimisches Superfood & Rezept Bärlauchpesto

Aktualisiert: Mai 26


Endlich ist er wieder da, der Bärlauch! Ich liebe Bärlauch! Ob Bärlauchpesto zur Pasta, neuen Kartoffeln und Spargel oder einfach über das Gemüse oder den Salat gestreut. Bärlauch ist einfach superlecker und noch dazu total gesund. Der wilde Knoblauch, wie er gerne genannt wird, wirkt entgiftend, Blutdruck und Cholesterin senkend, er schützt vor Bakterien und Pilzen und ist reich an Alliin, einer schwefelhaltigen Aminosäure. Er ist eine absolute Vitalstoffbombe, ein wahres heimisches Superfood sozusagen.

Erntezeit

Bärlauch sprießt oft schon im März und kann bis ca. Juni geerntet werden. Am meisten Aromen und Nährstoffe enthält er allerdings bevor er zu blühen beginnt. Je nach Region und Standort ist das ca. Ende April. Im Gegensatz zum Knoblauch, erntet man beim Bärlauch nicht die Knollen, sondern die Blätter. Aber Vorsicht: Gerne wird er mit den sehr ähnlich aussehenden, jedoch giftigen, Blättern der Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen verwechselt (siehe Bild oben). Nicht nur der aufsteigende Knoblauchgeruch ist ein Indiz für Bärlauch, auch ist die Unterseite des Blattes matt, während es bei der Herbstzeitlosen oder dem Maiglöckchen glänzend ist. Die Blätter des Bärlauchs sind viel weicher, als die der beiden anderen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, dass beim Bärlauch immer nur ein Blatt pro Stiel wächst, bei Maiglöckchen sind es immer mindestens zwei Blätter pro Stiel und bei der Herbstzeitlosen ist kein Stiel vorhanden.

Nährstoffgehalt

100 g Bärlauch (19 kcal) enthalten:

  • 92,6 g Wasser

  • 0,3 g Fett

  • 2,9 g Kohlenhydrate

  • 2,2 g Ballaststoffe

Bereits mit 100 g Bärlauch kann der tägliche Vitamin C Bedarf eines Erwachsenen von 150 mg gedeckt werden.

Die gesundheitliche Wirkung des Bärlauchs verdankt dieser nicht nur seinen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen, sondern auch der Vielzahl an enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen (SPS). Diese wirken als Abwehrgifte gegen Pilze und Schädlinge, schützen vor UV-Licht und negativen Umwelteinflüssen oder bilden Farb-, Duft- und Aromastoffe. Im menschlichen Organismus wirken sie antioxidativ, antibakteriell, antiviral, entgiftend, krebshemmend, immunstärkend, anregend auf das Verdauungssystem und fangen freie Radikale.

Eigenschaften

Das grüne Allroundgenie enthält sehr viel Vitamin C, Eisen und ätherische Öle. Bärlauch wirkt entgiftend und reinigend für Magen und Darm. Er hat eine ausgleichende Wirkung auf die Darmflora, ungewollte Darmbakterien werden abgewehrt, die nützlichen unterstützt. Aufgrund seiner stark blutreinigenden Eigenschaften verfügt er über eine heilende Wirkung bei chronischen Hautausschlägen und Flechten, die er von innen bekämpft. Durch seinen hohen Gehalt von Senfölglykosiden wirkt er appetitanregend und stimulierend auf die Verdauungssäfte. Neben Alliin und Allicin enthält der Bärlauch auch Sulfidverbindungen, die im Körper zu Chelatverbindungen verarbeitet werden können. Diese Chelatoren sind in der Lage Schwermetalle zu binden und auszuleiten. Die enthaltenen Schwefelglykosoide haben eine antibakterielle Wirkung. Deshalb wird Bärlauch bei zu hohem Blutdruck, Artheriosklerose und Magen-Darm-Parasiten eingesetzt.

Bärlauch für Herz & Gefäße

Bärlauch ist wie bereits angsprochen, vor allem für seine verschiedenen Schwefelverbindungen wie z.B. das Alliin bekannt. Es ist der Schwefel der entgiftend wirkt und am Abbau vieler Proteine und Enzyme beteiligt ist. Da er entzündungshemmend und abschwellend wirkt, sorgt er so auch für bewegliche Gelenke und verhindert weiteren Knorpelabbau. Schwefel wird aber auch für die Insulinproduktion und das Immunsystem benötigt.

Allicin ( = ein Umsetzungsprodukt der Aminosäure Alliin) ist keimtötend und verfügt über eine antibakterielle Wirkung. Es gilt als natürliches Antibiotikum und wirkt gegen ein breites Spektrum an Krankheitserregern wie etwa Bakterien und Pilze. Darüber hinaus reguliert es zu hohe Cholesterinwerte, ist ein bewährtes Mittel gegen Arteriosklerose, hilft Herzinfarkte und Schlaganfälle vorzubeugen und wirkt gegen verschiedene Krebszellen. Der Schwefelgehalt im Bärlauch ist vor der Zeit der Blüte am höchsten.

Bärlauch wirkt entgiftend und gegen Bluthochdruck

Chlorophyll wird auch das „grüne Blut“ genannt, weil es unserem Hämoglobin (=roter Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen) in der Zusammensetzung und Wirkung sehr ähnlich ist. Chlorophyll verbessert die Blutbildung und Sauerstoffversorgung und somit die Fließeigenschaft des Blutes, er wirkt leicht blutverdünnend und ist deshalb gut bei Bluthochdruck. Zusammen mit Vitamin C, Schwefel und vielen weiteren bärlauchtypischen Pflanzenstoffen wirkt Bärlauch entgiftend und unterstützt die Ausleitung von Schwermetallen, Giftstoffen, radioaktiver Strahlung und krebserregenden Stoffen im Körper. Außerdem wirkt er sich positiv auf die Wundheilung aus. 100 mg Bärlauch enthalten 422 mg Chlorophyll, Spinat im Vergleich nur etwa 115 mg. Der Gehalt an Chlorophyll ist beim Bärlauch somit sehr hoch.

Bärlauch gegen Arterienverkalkung

Das heimische Superfood beugt die Ablagerung in den Gefäßen vor und kann bereits bestehende Ablagerungen sogar wieder abbauen.

Bärlauch kann frisch, in Tablettenform oder auch als Tinktur (siehe weiter unten eingenommen werden.

Verwendung

Extrem wichtig ist es, den im Wald geernteten Bärlauch vor der Verwendung in der Küche gut abzuwaschen und mit einem sauberen Papiertuch abzutrocknen. Denn abgesehen vom Hundeurin, kann er Überträger des Fuchsbandwurms sein. Leider sind die Eier des Fuchsbandwurmes so klein und klebrig, dass man nicht alles abbekommt. Auch den Bärlauch einzufrieren hilft nicht gegen die Fuchsbandwurm-Eier. Sie werden einzig und allein durch Kochen abgetötet, dann verliert der Bärlauch aber leider auch nicht nur sein Aroma, sondern auch wichtige Vitamine.

Bärlauch wird am besten frisch verwendet, da er beim Trocknen seine Wirkstoffe verliert. Neben der hauptsächlichen Verwendung der Blätter, können auch die Knospen verarbeitet werden. Sie können zum Beispiel wie Kapern eingelegt werden, oder auch einfach so gegessen werden.

Ich liebe Knoblauch, ganz zum Leidwesen meiner Mitmenschen. Bärlauch ist hier oft die mildere Wahl mit sehr ähnlichem Aroma, aber weniger „Geruch“. Daher verwende ich ihn gerne um ihn über Salat oder Gemüse zu streuen. Am meisten Aroma und Nährstoffe hat er, wenn er roh verzerrt wird. Gerade für das hitzeempfindliche Vitamin C, das Alliin und die Schwefelverbindung ist es besser, wenn der Bärlauch nicht erhitzt wird. Wenn ihr ihn dennoch in der warmen Küche verwendet wollt, dann bitte erst relativ zum Schluss dazu gegeben und nicht zu stark erhitzen.

Bärlauchpaste

Wenn ihr länger etwas von diesem Superfood haben möchtest, dann schneidet den Bärlauch klein und friert ihn ein. Alternativ kannst er auch mit Öl und Salz haltbar gemacht werden, indem ihr eine Bärlauchpaste herstellt. Im Gegensatz zum Pesto besteht die Paste nur aus Bärlauch, Öl und Salz. Bärlauch und Öl im selben Verhältnis plus Salz mischen (z.B. 50 g Bärlauch, 50 ml Öl, 1/2 TL Salz), in Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Bärlauchtinktur

Eine weitere Möglichkeit ist die Herstellung einer Bärlauchtinktur. Dafür schneidet ihr frische Bärlauchblätter, gebt sie in ein Schraubglas und füllt dieses mit 45%igem Alkohol auf. Die Tinktur soll ca. 3 Wochen lang an einem warmen Ort verschlossen ziehen und hin und wieder geschüttelt werden. Nach den 3 Wochen kann sie abgeseiht und in eine dunkle Tropfflasche gefüllt werden. Die Tinktur eignet sich bei Durchfall, Verstopfung, zur Darmsanierung, bei Parasiten und Würmern, chronischen Hauterkrankungen, unreiner Haut bei Bluthochdruck, Arterienverkalkung und Leberentzündung. Dosierung: Täglich 4x 10-15 Tropfen

Bärlauchpesto

Zutaten:

1x Bund Bärlauch

50 ml Olivenöl

ein bisschen Zitrone

Salz, Pfeffer

25g geröstete Pinienkerne

8x Blätter Basilikum

3x Scheiben Chilischote

Gerne könnt ihr je nach Lust & Laune zusätzlich Parmesan oder Hefeflocken hinzugeben. Alles zusammen mit dem Stabmixer oder im Hochleistungsmixer mixen und servieren.

Wie verwendet ihr Bärlauch am liebsten? Habt ihr noch ein Rezept, das ich unbedingt ausprobieren sollte? Schreibt es mir in den Kommentaren!

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